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You made the sound of laughter...

 

Liebe Anorexie,

nun, sind schon acht Jahre vergangen, seitdem du deinen Samen in meinen Kopf gepflanzt hast. Ganz unschuldig und schweigsam, erkundetest du deine neue Umgebung, deinen zukünftigen Lebensraum. Du bist wählerisch, nicht jeder Körper scheint dir geeignet. Doch an mir hast du schnell Gefallen gefunden. Schon damals hast du das Potenzial erkannt. Du wusstest genau, dass wir schon bald nicht ohne einander können. Hier lohnt es sich Wurzeln zu schlagen.
Und tatsächlich, nachdem du mir drei Jahre lang geduldig immer wieder leise, flüsternd dein Anliegen mitgeteilt hast, folgte ich schließlich deinen Anweisungen. Ich wusste nicht wie mir geschah, deine lauter werdende Stimme, dein großer Durst, dein unstillbarer Hunger waren mir fremd und dennoch konnte ich nicht anders, als dir zu gehorchen. Es waren schwierige Zeiten damals, meine Verunsicherung, Selbstzweifel und mein Missfallen an meinen Körper, deine Nahrung. Nach langer Zeit der Enthaltsamkeit konntest du endlich wachsen, deinen Stiel erheben und stolz deine erste Knospe präsentieren. Und auch ich fand Schutz unter deinen dichten Blättern. Es scherte mich wenig, wer du warst und woher du kamst. Deine permanente Anwesenheit, dein Verständnis in allen Situationen, ließen mich gar nicht auf den Gedanken kommen mein Verhalten zu hinterfragen; an dir zu zweifeln. Blind folgte ich all deinen Regeln.
Und schon bald öffnete sich deine Knospe zu einer gar wundervollen schwarzen Blüte, das Ergebnis unserer Zusammenarbeit. Auch ich wurde belohnt und mein verhasste, monatliche Blutung blieb aus. Endlich keine Schmerzen und kein Versteckspiel mehr. Ich beobachtete wie sich mein Körper anstatt zu einer Frau zu einem Kind zurück entwickelte. Auch daran fand ich schnell Gefallen. Worauf sollte meine Schwester nun neidisch sein? Auf ein krankes, dünnes Kind? Wer will das schon? Immer mehr zogen wir uns zurück, wir brauchten niemanden. Mit deiner Hilfe gelang es mir viele negative Gedanken, Erinnerungen und Zukunftsängste zu vergessen. Schon bald zählte nur noch, den Tag zu überstehen und am nächsten morgen weniger Gewicht auf die Waage zu bringen.
Ich sorgte mich nicht mehr um die Konflikte meiner Eltern und um das Problem meiner Schwester. Dem Flüstern meiner Mitschüler schenkte ich keine Beachtung. Es scherte mich nicht, die Pausen allein auf dem Hof zu verbringen. Bei dir fand ich immer Trost, Sicherheit und Geborgenheit.
Wie viele Stunden haben wir gemeinsam auf der Schultoilette verbracht? Oft habe ich geweint, fühlte mich als Versager in allen Lebensbereichen, doch du hast mir stets den Rücken gestärkt, mit dir zusammen sollte ich ein wertvoller, besserer Mensch werden. Gemeinsam würden wir es schaffen. Und tatsächlich wecktest du im Laufe der Zeit immer mehr neue Fähigkeiten in mir. Schon bald reichte es uns nicht mehr, gute Note zu schreiben. Ich erfüllte meine Pflichte jetzt noch disziplinierter. Mein Ordnungssinn verfeinerte sich und ich entdeckte die Freuden des Kochens und Backens. Ich genoss es den anderen beim Schlemmen zuzusehen, während wir uns ein eiskaltes Glas Cola light gönnten.

Unsere Zusammenarbeit entwickelte sich schon bald zu einer engen und innigen Freundschaft. Natürlich gehören auch Streit und Meinungsverschiedenheiten zu solch einer Beziehung. Bestärkt durch die Worte meine Eltern, versuchte ich dich gar zu vernichten. Es lockte mich deine Regeln zu brechen, dich in Rage zu versetzen und zu provozieren. Doch ich kehrte stets zu dir zurück. Deine Wurzeln haben sich in den vergangenen acht Jahren tief in meinen Gedanken vergraben. Ich kann nicht mehr ohne dich. Selbst als Fremde versuchten, dich gewaltsam, wie Unkraut, aus meinen Kopf zu jäten, gelang es ihn jeglich deine Blüte zu schneiden. Deine neue Knospen glänzten jedoch vitaler als je zuvor, die frische Pracht verströmte einen noch betörenden Duft.
Wie du siehst, trotz vieler Rückschläge bist du mir stets treu geblieben. Wie oft habe ich deine wunderschöne Blüte wütend, zornig abgerissen, dich verteufelt und verflucht? Doch du bist dennoch bei mir geblieben und hast mich nicht verlassen. Nur wenige Freundschaften, würden solch harter Probe standhalten.
Gütig vergibst du mir mein Fehlverhalten und ich pflege deine zertretenen Blätter.

Danke!

 

 

 

 

...and sharpened nails seem softer

 

Verhasste Anorexie,


vor gut acht Jahren bist du unbefugt in meinen Kopf eingedrungen. Hinterhältig lauertest du im Verborgenem auf den passenden Moment, um den Durst deiner gierigen Wurzeln zu stillen und sie tief in meine Gedanken zu vergraben. Und im Laufe der Zeit begann ich tatsächlich dich zu füttern und dir einen perfekten Nährboden zu liefern. Du fandest Gefallen an meinen schwachen Geist und hast schnell erkannt, wie leicht du mich manipulieren und kontrollieren kannst. Endlich konntest du wachsen, gedeihen und deine schwarze, hässliche Blütenpracht entfalten. Dir ist es tatsächlich gelungen die totale Herrscherin meiner Gedanken zu werden. Gnadenlos sind deine Strafen, wenn ich deinen Anweisungen nicht folge. Du machst mir das Leben zur Hölle. Stichst mit deinen scharfen Dornen tief in meine Haut und injezierst dein bittersüßes, schwarzes Gift, bis es durch jede Vene meines Körpers fließt und mein Blut gefrieren lässt. Ganz deinem Rausch verfallen, lässt es mich die Welt mit anderen Augen sehen und dich in einem nahzu heiligen Licht erstrahlen.
Oft erkenne ich mich selber nicht wieder. Es ist nicht mehr meine Stimme, die aus meinem Körper spricht. Das bist du! Mein Feind, mein Verderben, mein Tod. Meine Kindheit und Jugend hast du mir geraubt. Mir den Spaß am Leben genommen; zahlreiche Freundschaften zerstört. Jeden Gedanken verseucht und nun fängst du auch noch an, meine Erinnerungen schwarz zu färben.

Wie kannst du es wagen, dich immer noch als meine Freundin zu tarnen, mich mit deiner hässlichen Schönheit täuschen zu wollen? Ich kenne deine grausamen Pläne und Absichten. Du willst mich vernichten, mich töten; das weiß ich genau. Meine Hülle soll dein Reich werden, für mich gibt es dort keinen Platz. Ich kenne dein wahres Gesicht. Deswegen lasse ich mich nicht länger von dir täuschen. Denn ich habe dich und dein falsches Spiel wirklich durchschaut. Mir ist durchaus bewusst, dass du nicht real existierst, es dich niemals gegeben hat. Du bist einzig und allein der Saat meiner Selbstzweifel und Verunsicherung entsprungen.
Ich habe dich aus pubertärer Verzweiflung geschaffen als Kameraden; Wegbegleiter und du hast meine Schwäche gnadenlos missbraucht. Mich ausgenutzt, mich belogen und in Lebensgefahr gebracht. Merke dir, ich habe dich geschaffen und nur ich allein habe die Kraft dich zu zerstören. Deine Blüte für immer verwelken zu lassen. Eigenhändig werde ich dich töten, jede Wurzel einzeln ziehen, dir beim Sterben zuschauen und mich daran erfreuen. Wie du mir, so ich dir.
Sei gewarnt, eines Tages wird es endlich soweit sein und ich werde selbstbestimmt mein Leben führen können. Für dich wird es keinen Platz mehr geben.

 

 

I can't make a decision!!!




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